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ZUM JAHRESWECHSEL 2020/21


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Rückschau und Ausblick – Zurückblicken und Vorwärtsgehen.

Ein schwieriges Jahr ist zu Ende und das neue wird mit Hoffnungen erwartet.
Krisen bedeuten schwere Schicksale, aber auch Chancen, die trennen und vereinen können. Einschneidende und auch persönliche Erfahrungen haben Altbewährtes in Frage gestellt.

Kunst vermag Vergangenes und Zukünftiges zu verbinden, sie kann inspirieren und neue Weltsichten vermitteln.
Künstler*innen unseres Vereins teilen ihre Sicht auf die aktuellen Ereignisse in Bild und Wort mit uns.

In diesem Sinne wünschen wir allen Freund*innen unseres Vereins ein hoffnungsvolles und künstlerisch bewegendes neues Jahr.



zum 22.01.2021: Peter Schönhut

Mein Terminkalender ist leer, keine Veranstaltung, keine Ausstellung, keine Vernissage, nichts ist eingetragen. Die Kunst nimmt sich eine Auszeit.
Einige versuchen trotzdem mit aufwendigen Hygienekonzepten den Kulturbetrieb aufrecht zu erhalten. Jetzt geht auch das nicht mehr.
Viele flüchten deshalb ins Internet und präsentieren Veranstaltungen online. Ein virtueller Rundgang als Ersatz für ein unmittelbares Erlebnis? Wohl kaum. Ich freue mich jedenfalls wieder auf den direkten Austausch mit anderen Kunstinteressierten und Künstlern, den Geruch und die Aura der Bilder und Objekte, die Akustik der Räume und dem Licht das die Wirkung bestimmt.
Bis dahin mache ich Pause und lasse mich inspirieren von dem Virus, das das Leben so entschleunigt hat.
In diesem Sinne wünsche ich allen Geduld und Gelassenheit.


www.jetzt-am-dellplatz.de


zum 13.01.2021: Kerstin Phoa


Objekt, Raus aus der Schale, 2020


Ich fühle mich gefesselt, unfähig, keine Bewegung ist möglich.
Schlimmer noch, isoliert, isoliert von anderen und von mir selbst.
Wo ist meine Kraft, die Energie – mein Motor – läuft, aber sie kann nicht raus.
Die Schale hat keine Bruchstelle, keine Naht und keine Risse.
Was hindert mich, auf zu brechen, Neuland zu suchen.
Ein Virus, lächerlich.
Ich möchte raus aus der Schale, rein ins Leben!


www.kerstinphoa.de


zum 05.01.2021: Jannine Koch


Ätzradierung, The Mechanical Bug, 2020


In mir hat das Übermaß an digitalem Erleben in diesem Jahr eine regelrechte Übersättigung zur Folge gehabt. Wie sichtbar ist geworden, dass Digitalität das Analoge höchstens ergänzen, niemals aber ersetzen kann und darf.
Wieviel Kunst wäre nicht erlebbar, wenn fortan ausschließlich digitale Formate die Kulturszene dominierten? Ich halte es für zwingend notwendig, dass wir auch die Grenzen der Digitalisierung in den Blick nehmen, vor allem im Bereich der Bildung. Als problematisch erachte ich unter anderem die Unverbindlichkeit digitaler Kommunikation, aber auch die Gefahren von Mediensucht und Konsum, der Jugendliche beinahe schutzlos ausgeliefert sind. Digitalisierung und technischen Fortschritt als alternativloses Allheilmittel zu verkaufen, halte ich für gefährlich.


www.jannine-koch.de


zum 26.12.2020: Maren Goldenbaum-Henkel


Öl und Wachs auf Leinwand, 21 x 29, 2020


Unbeirrbar haben wir viele Jahre geglaubt, alles im Griff zu haben und steuern zu können.
Fortschritt hieß die Losung.
Längst hat uns die Natur dafür die gelb-rote Karte gezeigt.

Und nun lenkt eine unsichtbare Gefahr die Menschheit und zwingt uns zu Stillstand und Innehalten.
In dieser Stille liegt unsere Chance.
Reflektieren, nachdenken, überdenken. Verändern.
Was ist unwichtig geworden, was zählt jetzt?
Mehr Menschlichkeit wagen.

Hierfür will ich meine Hoffnung behalten.
Für die Erde auf der wir leben, für ihre Zukunft und damit auch für unsere Zukunft.

www.goldenbaum-henkel.de


zum 11.12.2020: Jobst Paul


unberührt – auf das Jahr 2021, 100 x 70, Foto-Grafik, digitale Malerei, 2020

Vielleicht bleibt, wenn die Zeit und das Leben zur Ruhe kommen, nur Natur, die nicht an uns interessiert ist.

Mit diesem vergangenen Jahr ist die Stille noch näher herangerückt, nicht nur, weil die Welt wärmer wird: Aus der in die Enge getriebenen Natur springen jetzt auch noch Viren über.

Solange freilich die Fähigkeit zu Wahrnehmung bleibt, lassen sich Distanz und Schönheit zurückgewinnen und man erkundet das Unberührte fortan auf Zehenspitzen.

Das Thema unberührt hat für mich daher eine sehr bedrohliche und eine radikal utopische Seite, mit einer Emotion genau in der Mitte.